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Diskussionsabend in Paris 2007

Rund 100 Teilnehmer zählte der Diskussionsabend zum Thema 

„Nachhaltige Energieversorgung in Europa – nicht ohne Atomenergie?“

der am 14. März 2007 vom CSP-Netzwerk in Zusammenarbeit mit dem Tönissteiner Kreis in der Deutschen Botschaft in Paris ausgerichtet wurde.

Im Rahmen des CSP-Jahresthemas „Klimawandel und Energie“ sollte vor akademischem Publikum und Vertretern der Wirtschaft insbesondere im deutsch-französischen Kontext diskutiert werden, welche Rolle Atomenergie in der europäischen Energieversorgung spielen soll und ob die gesetzten Ziele ohne erneuerbare Energien zu erreichen sind.

Richard Schimpf von der Internationalen Energieagentur (IEA) skizzierte als unabhängiger Experte und Moderator in seiner Einführung die Herausforderungen aus wachsender Energienachfrage und steigenden Treibhausgasemissionen . Anschließend betonte Martin Schöpe, als Referatsleiter für internationale Beziehungen im Bundesumweltministerium direkt an den Brüsseler Verhandlungen beteiligt, die Bedeutung des Strategiepakets für die europäische Versorgungssicherheit. Dabei verwies er auf die Erkenntnisse des Stern-Reports und argumentierte, dass eine Abkehr von fossilen Energieträgern ökonomisch geboten und ein Ausstieg aus der Atomenergie bei Steigerung der Energieeffizienz und konsequentem Ausbau der erneuebaren Energien möglich sei.

Der Konzernleiter für Umweltpolitik der RWE AG - Joachim Löchte - erklärte, der RWE-Konzern stelle sich aktiv seiner Verantwortung als großer CO2-Emittent und habe daher ein großes Programm zur Modernisierung des Kraftwerksparks aufgelegt. Dabei sei es wichtig, keine Option auszuschließen, sondern parallel auf Informationskampagnen, erneuerbare Energien, kohlenstofffreie Kraftwerke (Carbon Capture and Storage), aber auch Atomenergie zu setzen.

Sven Teske (Greenpeace International) griff diese Argumente sogleich auf und betonte, die Greenpeace-Studie Energy (R)Evolution habe gezeigt, dass sich die europäsichen Ziele auch ohne Atomenergie erreichen lassen, da sich Energieeffizienz und erneuerbare Energien auszahlten. Zudem seien auch keine Zwischenlösungen wie das kohlenstofffreie Kraftwerk und Atomenergie notwendig.

Hans Riotte, Referatsleiter für Strahlenschutz und Entsorgung bei der Nuklearenergiebehörde (NEA), beobachtete, dass sich die Einstellungen gegenüber der Kernenergie während der letzten Jahre stark verändert haben: das Vertrauen die Klimaproblematik nur mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien zu lösen, sei einem breiterem Ansatz gewichen, der auch Atomenergie umfasst. Fragen der Reaktorsicherheit und der Ensorgung radioaktiven Materials sind seiner Meinung nach eher politische denn technische Probleme.

Emile Malet, Herausgeber der Zeitschrift Passages, warnte im Anschluss vor einseitigen Lösungen und plädierte dagegen für eine Bandbreite unterschiedlicher Lösungen. Jeder Energieträger habe demnach seinen Platz in einem globalen Energiesystem. Darüber hinaus betonte er die Verantwortung Europas etwas gegen den globalen Klimawandel zu unternehmen, von dem besonders die Menschen in den weniger entwickelten Teilen der Welt betroffen sind.

Nach kurzen Eingangsstatements kam es innerhalb des hochkarätigen Expertenpanels schnell zu einem angeregten Gedankenaustausch. Die anschließende, lebhafte Diskussion auch zwischen Besuchern und Referenten konnte in angenehmer Atmosphäre beim abschließenden Empfang fortgeführt werden.

Das Pariser CSP-Team dankt der Deutschen Botschaft, inbesondere Herrn Joachim Hacker, für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und dem DAAD für die finanzielle Unterstützung.

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