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Frühjahrstreffen 2009 in Dresden
Vom 24. bis 26. April 2009 trafen sich acht Carlas und Carlos in der Dresdener Neustadt zum jährlichen Frühjahrstreffen. Geschlafen und gefrühstückt wurde im Hostel Louise 20, getagt und gearbeitet auf der Terrasse des „Stadtteilhauses“ am anderen Ende der Louisenstraße.

Den Auftakt des Treffens am Freitagabend bildete ein Vortrag von Nelly Jakubowski, Mitglied des Vorstands der Aktionsgemeinschaft Kinder- und Frauenrechte (Akifra) e.V., zum Thema Genitalverstümmelung von Frauen in Afrika. Akifra, 2002 gegründet und entstanden aus einer Ortsgruppe der Organisation Terre des Femmes, ist in zwei zentralen Projektbereichen tätig: Zum einen engagiert sich der Verein gegen Menschenhandel, v.a. in Osteuropa, zum anderen werden Graswurzelprojekte in Kenia unterstützt, um der Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen entgegenzuwirken. Nelly Jakubowski erklärte den Anwesenden eingangs, dass der Begriff „Genitalverstümmelung“ bewusst gewählt sei: Dieser sei, anders als der Begriff „Beschneidung“, nicht wertneutral und beschreibe einen Vorgang, der – wiederum anders als Beschneidung – niemals zu medizinisch-kurativen Zwecken durchgeführt werde, sondern im Gegenteil das Recht auf körperliche Unversehrtheit verletze. FGM (femal genital mutilation) wird in 28 afrikanischen Ländern praktiziert – 5 bis 98 Prozent der dortigen Frauen sind laut Akifra betroffen. Auch in Deutschland werden Schätzungen zufolge 25.000 Frauen dieser Praxis unterzogen bzw. sind von ihr gefährdet, weltweit 150 bis 170 Millionen Frauen. Ein Film über die kenianische Partnerorganisation CAFGEM (Community against FGM), die mit Graswurzelprojekten die Tradition des FGM dauerhaft zu überwinden versucht, thematisierte die Folgen von und den Kampf gegen FGM. CAFGEMs Strategie gegen FGM sind Bildung und Information (Bau von Schulen, Hygienekurse, Sexualaufklärung, etc.) sowie die Stärkung der Stellung von Frauen (v. a. durch Schaffung von Einkommen) mit einem Schwerpunkt auf den ländlichen Regionen Kenias. In der anschließenden Gesprächsrunde wurde deutlich, wie schwer es für die Teilnehmenden ist, solch unfassbar brutale Praktiken zu verstehen sowie nachzuvollziehen, dass darüber in den betroffenen Dörfern, Familien oder unter den Frauen nicht gesprochen wird.

Die Schwerpunkte der Vereinsarbeit, die am Samstag und Sonntag ob der kleinen Gruppe meist im Plenum stattfand, waren das Herbsttreffen 2009 sowie das Thema Mitgliederaktivierung. Das Herbsttreffen 2009, das voraussichtlich unter dem Titel des aktuellen Jahresthemas „Kontrastreiches Afrika: Ein Kontinent im Wandel“ laufen wird, wurde vor allen Dingen hinsichtlich der Evaluierungsergebnisse des Herbsttreffens 2008 diskutiert. In den Planungsschritten bezüglich Veranstaltungsformat, Veranstaltungsablauf, Logistik, etc. waren diese „lessons learnt“ sehr hilfreich. Das Thema Mitgliederaktivierung hatte sich sozusagen selbst eingeladen: So fragten sich die Anwesenden, warum die Gruppe erstens nur aus acht Carlas und Carlos bestand und zweitens, warum außer Mitgliedern des aktuellen und des alten Vorstands lediglich zwei „neutrale“ Netzwerksmitglieder teilnahmen. Nachdem schon zu anderen Gelegenheiten viele (eher ergebnislose) Gespräche um das Thema „Wie animieren wir unsere Mitglieder zum Mitmachen?“ gekreist waren, wurde beschlossen, dieser Frage anhand einer Mitgliederbefragung systematisch auf den Grund zu gehen. Weitere Arbeitsbereiche waren der externe Newsletter, die Aktualisierung der externen Homepage des Netzwerks sowie der Vereinspowerpoint und Anschreiben zum Sommerseminar.

Das kulturelle und kulinarische Rahmenprogramm dieses bei herrlichem Sonnenwetter stattfindenden Treffens bestand aus einer Stadtführung durch die Altstadt Dresdens, bei der die Carlas und Carlos über das „Freilichtmuseum“ bestehend u. a. aus Semperoper, Zwinger und Frauenkirche samt Disneyland-artig herausgeputztem Neumarkt staunten und aus abendlichen Streifzügen durch Biergärten, Kneipen und Restaurants der Dresdner Neustadt. In den Arbeitsphasen begonnene Diskussionen und Gespräche konnten dort in entspannter Atmosphäre weitergeführt werden und rundeten das gelungene Treffen ab.

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