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CSP Salon in Washington, Januar 2010
Am 27. Januar 2010 trug Prof. Thomas Pogge vor rund 30 Interessierten, darunter 18 aktuelle und ehemalige CSP-Stipendiaten, zum Thema "Weltarmut, Menschenrechte und unsere Verantwortung" im Embassy House der Deutschen Botschaft in Washington DC vor.

 

„Im Jahr 2009 hat die Zahl der hungernden und unterernährten Menschen erstmals die Grenze von 1 Milliarde überschritten.“ Mit solch erschütternden Fakten eröffnete Prof. Thomas Pogge seinen Vortrag. Pogge promovierte bei John Rawls und wechselte nach langer Lehrtätigkeit an der Columbia University 2008 als "Leitner Professor of Philosophy and International Affairs" an die Yale University.

Laut Pogge ist es ein Menschenrechtsproblem, dass ein Drittel aller Menschen an armutsbedingten Ursachen stirbt und die reichsten fünf Prozent der Menschheit über fast 50% des weltweiten Reichtums verfügen. Denn schließlich ist das Recht jedes Menschen auf einen minimalen Lebensstandard in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert. Pogges zentrale These lautete deshalb: Die internationale Ordnung und die institutionellen Strukturen, die eine so ungleiche Verteilung von Wohlstand begünstigten, verletzten die Menschenrechte. Es liegt in unserer moralischen Verantwortung, diesen Missstand zu beheben.

Pogge und ein internationales Team von der Yale University haben zur Abschwächung  globale Ungleichheiten im Gesundheitssektor den Health Impact Fund entwickelt. Durch ihn sollen wirtschaftliche Anreize so gesetzt werden, dass alle Menschen Zugang zu preiswerten Medikamenten haben, auch  Kranke in Entwicklungsländern, deren eigene Zahlungskraft die Entwicklung von Medikamenten nicht rentabel macht. Finanziert werden sollen solche Anreize größtenteils von Regierungen. Schon mit einem verschwindend geringen Teil der Weltwirtschaftsleistung könne man so die Gesundheitssituation in den Entwicklungsländern erheblich Verbessern. Pharmafirmen würden auf freiwilliger Basis Medikamente für den Fonds registrieren und bekämen eine Prämie ausgeschüttet, die sich anteilig zu dem durch ihr Medikament generierten Gesundheitsgewinn berechnet.

Der Präsentation folgte eine sehr lebhafte Diskussion über die möglichen (ökonomischen) Schwierigkeiten, die bei der Umsetzung des Fonds auftreten könnten. Prof. Pogge erwähnte dabei auch die bisherige Resonanz auf Seiten von Pharmafirmen, Regierungen und internationalen Organisationen wie der Weltbank: „Wenn es nur eine 10%ige Chance gibt, den Fonds zu implementieren, dann lohnt es sich auf jeden Fall, weiter daran zu arbeiten.“

Abgerundet wurde dieser spannende Abend durch ein leckeres Buffet, und auch bei informelleren Gesprächen nahm sich Prof. Pogge sehr viel Zeit, weitere Fragen zu beantworten.

 

Der CSP-Salon wurde unterstützt vom CSP-Netzwerk, von der Deutschen Botschaft und dem DAAD. Dabei sein insbesondere Herrn Sielemann von der Deutschen Botschaft und Frau Kaiser vom DAAD herzlich gedankt.

 

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