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Sommerseminar 2010 in Berlin-Schmöckwitz

"Krieg und Frieden" - Das Thema des Sommerseminars 2010 des Carlo-Schmid-Programms weckt unterschiedlichste Assoziationen, nicht nur an den berühmten historischen Roman von Tolstoi. Krieg bestimmt Zeitgeschehen und Alltag in vielen Ländern, und die Debatte über das internationale Engagement in Krisengebieten ist aktueller den je. Mehr als 100 Neustipendiaten aus dem 10. CSP-Jahrgang, Rückkehrer aus dem 9. Jahrgang und zahlreiche Alumni früherer Jahrgänge fanden an den fünf Tagen des Seminars (21. bis 25. Juli) zu jeweils individuellen Definitionen von Krieg und diskutierten über dessen Prävention und Bewältigung. 

Das Sommerseminar ist integraler Bestandteil des Carlo-Schmid-Programms und bildet unter der Federführung der Studienstifung des deutschen Volkes den Auftakt und den Endpunkt eines jeden Programmjahres. In diesem Jahr wurde das Seminar von Frau Eva Scholz von der Studienstiftung mit Hilfe einiger CSP-Alumni organisiert.

 

Die Darstellung des Georgienkonflikts aus der völkerrechtlichen Perspektive von Prof. Angelika Nußberger brachte einigen Teilnehmern die juristische Dimension von Kriegshandlungen näher. Anderen verhalf die Haltung der Opfer des Khmer-Rouge Regimes zum aktuell stattfindenden Tribunal, dokumentarisch festgehalten durch die Autorin Elisa Hoven, zu einer neuen Sicht auf die Aufklärung von Kriegsverbrechen. Im Rahmen von Workshops, die von Vertretern des Afghanistan-Referats des DAAD, der UNESCO, des Zentrum für Internationale Friedenseinsätze sowie der Unis HU Berlin und Tübingen angeboten wurden, ließ sich schließlich die schmerzhafte Vielfalt von Krieg diskutieren und erarbeiten - sei es die Frage nach der Eingliederung von ehemaligen Kombattanten oder die Auswirkungen kriegerischer Auseinandersetzungen auf Menschenaffen. Auch Besuche beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr oder beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung boten ungekannte Einblicke in das Thema Krieg und Frieden. Bei einem Empfang über den Dächern von Berlin mit Gästen aus der Auswahlkommission sprach Botschafter Peter Gottwald zur Zukunft von Nuklearwaffen. Als Berufsberaterinnen vermittelten Julie Tumler vom BFIO und Sigrid Niedermayer von der UNESCO einen Vorgeschmack auf Tätigkeiten im internationalen Umfeld. Sie wiesen dabei nicht nur auf die Chancen und Möglichkeiten einer internationalen Karriere hin, sondern veranschaulichten auch in sehr persönlicher und nachvollziehbarer Weise, welche Barrieren es bisweilen zu überwinden gilt.

 

Während die inhaltliche Auseinandersetzung um vergangene, gegenwärtige und künftige Kriege kreiste, widmeten sich die Teilnehmer ansonsten in ihren Gesprächen dem zweiten Schlagwort des Seminars - dem Frieden. Idyllisch am Rand eines Landschaftsschutzgebiets im Südosten von Berlin gelegen, bot die Akademie Schmöckwitz dafür einen ausgezeichneten Rahmen. Im Zentrum stand der Austausch über das anstehende oder zurückliegende Praktikum in internationalen Organisationen und EU-Institutionen. So trafen beim abendlichen Umtrunk am Ufer des Kressinsees die NATO und UNICEF aufeinander, Beirut und Washington saßen gemeinsam in einem Boot und das UN World Food Program wagte mit der Weltbank einen Sprung in das erfrischende Nass.

 

Zahlreiche Mitglieder des CSP-Alumnivereins nahmen ebenfalls am Seminar teil, um den neuen und zurückgekehrten Stipendiaten das CSP-Netzwerk vorzustellen und das Kennenlernen und den Erfahrungsaustausch durch verschiedene Arbeitsgruppen und Freizeitaktivitäten voranzutreiben.

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