| Am 20. Januar organisierten die Washingtoner CSP-Stipendiaten einen Salon zum Thema "Climate Change – Facing the Global challenge“ mit dem Sondergesandten der Weltbank für Klimafragen Andrew Steer in der deutschen Botschaft.
Herr Andrew Steer eröffnete das Diskussionsforum, an dem neben 30 Carlas und Carlos auch Vertreter der deutschen Botschaft teilnahmen, mit einigen Denkanstößen: zum Beispiel fragte er, ob die Anwesenden glaubten, dass es jemals ein verbindliches Abkommen zu Treibhausgasemissionen geben würde und wann die größten Verschmutzer sich einem solchen Abkommen anschließen würden. Er fragte weiter, ob die anwesenden Diskussionsteilnehmer der Meinung seien, dass soft mechanisms genauso oder in höherem Masse effizient seien wie das Beharren auf ein verbindliches Abkommen um jeden Preis (post-Kyoto).
Nach dieser Einführung, die das Publikum zu einem aktiven Austausch mit dem Vortragenden ermutigte, berichtete Herr Steer, dass interessanterweise die Unterzeichnerstaaten des Kyoto Protokolls, die zum Zeitpunkt der Unterzeichnung für 50% der Emissionen verantwortlich waren, heute nur noch 28% produzierten. Darüber hinaus, würden selbst bei Umsetzung aller derzeitigen Pläne zur Emissionsreduktion nur 60% dessen erreicht, was nötig wäre, um die globale Erderwärmung bis 2020 auf 2°C zu beschränken.
Im Anschluss daran ging Herr Steer auf die Rolle der Weltbank im Kampf gegen den Klimawandel ein. Er unterstrich, dass die WB in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen kann und muss. Es sei gut möglich, dass die Folgen des Klimawandels einen bedeutenden Teil der internationalen Entwicklungsarbeit der WB zunichte machten und uns damit 20 Jahre zurückwerfen würden. Glücklicherweise sieht er jedoch auch positive Veränderungen im Verzug: 130 von 150 Staaten, in denen die WB momentan aktiv ist, möchten Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels in ihre Country Assistance Strategies aufnehmen. Des Weiteren wurde während der Verhandlungen in Cancun deutlich, dass die Diskussion über den Klimawandel nicht nur Gegenstand der Politik ist, sondern dass auch der Privatsektor eine wichtige Rolle spielt: Investitionen in clean technology werden zunehmend als ein Geschäftsfeld wahrgenommen, das unabhängig von Entscheidungen auf politischer Ebene viele Möglichkeiten bietet.
Herr Friedo Sielenmann, Konsul für Umwelt, Energie und Klimawandel an der deutschen Botschaft, unterstrich Deutschlands starkes Engagement in der Bekämpfung des Klimawandels auf bi- und multilateralen Wegen. Er eröffnete dem Publikum Einblicke in die Arbeit der Bundesrepublik mit US-Regierungsbeamten zu diesem Thema und machte deutlich, dass nicht nur die US-Regierung ein wichtiger Partner sei, sondern auch die einzelnen US-Bundesstaaten. Dies sei besonders von Bedeutung, wenn die Bekämpfung des Klimawandels nicht sehr weit oben auf der Agenda der US-Regierung steht.
Herr Sielemann verwies zum Ende der Diskussion auf den derzeitigen Umschwung der Klimawandel-Diskussion in Deutschland. Insgesamt sei eine Entwicklung weg vom klassischen politischen Akteur hin zum Wirtschaftsspieler zu beobachten. Akteure aus der Wirtschaft übernehmen zunehmend die Führung wenn es um Fragen geht, wie den Herausforderungen des Klimawandels begegnet werden sollte und tragen somit oft zu praktischen Lösungen bei.
Die Veranstaltung schloss mit einem informellen get-together der Vortragenden, Mitarbeitern der deutschen Botschaft und der anwesenden ehemaligen und derzeitigen CSP Stipendiaten.
Besonderer Dank für ihre auch finanzielle Unterstützung gilt dem DAAD und der deutschen Botschaft Washington.
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