Die Bewerbungen werden zunächst auf die Erfüllung der formalen Voraussetzungen geprüft. Sind diese nicht erfüllt, dann sind Zeit, Mühe und Porto vergebens aufgewandt. Bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen sollte deshalb einerseits auf strenge Einhaltung der Formalien, andererseits auf Qualität geachtet werden. So vermitteln Bewerbungen mit vielen Rechtschreibfehlern oder sprachlichen Unsicherheiten einen schlechten Eindruck. Ebenso sollte viel Wert auf die Sprachzeugnisse gelegt werden, d.h. sie sollten möglichst von anerkannten Institutionen erstellt werden und die darin gemachten Angaben auch tatsächlich zum aktuellen Zeitpunkt zutreffen. Spätestens bei einem persönlichen Auswahlgespräch im Juni werden sprachliche Mängel entdeckt und dementsprechend negativ vermerkt.
Auch ist es sinnvoll, in dem Motivationsschreiben einen direkten Bezug zum Carlo-Schmid-Programm herzustellen – das zeigt, dass man sich mit der Ausschreibung und der Struktur des Programms beschäftigt hat. Eine Selbstverständlichkeit sollte es sein, dass man auf eine eventuelle Karriereplanung in internationalen Organisationen eingeht oder zumindest sein großes Interesse an einem Leben in internationaler Atmosphäre bekundet.
In der Programmlinie A ist der Bewerber selbst für die Praktikumszusage verantwortlich. Die offizielle Zusage muss erst im Juli vorliegen, allerdings sollte durch ein offzielles Dokument erkennbar sein, dass man sich schon sehr konkret um eine Stelle bemüht und auf einem guten Wege ist. In der Programmlinie B werden nach Prüfung der Formalia in einer ersten Vorauswahl geeignet erscheinende Bewerbungen an die potentiell künftigen Vorgesetzten verschickt. Bei dieser Hürde ist es sicherlich hilfreich, wenn die Qualifikationen des Bewerbers dem tatsächlichen Anforderungsprofil möglichst nahe kommen.
Allgemein sollte die Bewerbung Kompetenz (Wodurch demonstriert der Kandidat, dass er für die jeweilige Aufgabe in der IO qualifiziert ist?) und Professionalität ausstrahlen. Ein dreiseitiger Lebenslauf zusammen mit einem vierseitigen Motivationsschreiben sind in den Augen einer hoch beschäftigten Karrierediplomatin nicht unbedingt ein Beweis für "excellent drafting skills". Gleichzeitig sollte die Bewerbung den Bewerber aus Sicht des oder der Vorgesetzten "greifbar" machen ("Was ist das für eine Persönlichkeit, mit der ich die nächsten Monate zusammenarbeiten würde?"). Kürze und Prägnanz sind hier gefragt, aber auch international verständliche Inhalte. Natürlich kann es sein, dass der zukünftige Supervisor ein Deutscher ist und damit die deutschen Begriffe und Eigenarten im Lebenslauf versteht, andererseits sollte man davon nicht ausgehen und auch damit rechnen, dass die Bewerbungsunterlagen herumgereicht werden.
Ausführlichere Hinweise zum Entwerfen von Bewerbungsunterlagen können in jedem besseren Bewerbungsratgeber, etwa von Hesse/Schrader, gefunden werden.
Bei weiteren Fragen und Anregungen: einfach eine E-Mail an info@csp-network.org.
Viel Erfolg!