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Jessica Holler / UNESCO, Doha, Qatar

 Bericht über mein Praktikum im UNESCO Office in Doha, Qatar im Zeitraum vom 01.09.2003 bis 01.07.2004 im Rahmen des Carlo-Schmid-Programms für Praktika in Internationalen Organisationen

Beginn des Praktikums

Nach meiner Ankunft im Wüstenstaat Qatar mitten in der Nacht, wurde ich von meiner zukünftigen Vermieterin am Flughafen abgeholt. Das UNESCO Büro in Doha hatte bereits frühzeitig dafür gesorgt, dass die Frage meiner Unterbringung geklärt ist, denn als alleinstehende weibliche Person ist es nicht unkompliziert in einem arabischen Land wie Qatar eine Unterkunft zu finden. Demnach war ich, was diesen Teil meines Praktikumsaufenthaltes in Doha anbelangte, bereits bestens versorgt.

Am folgenden Tag durfte ich dann erstmal ganz in Ruhe auspacken und ein bißchen arabische Luft schnuppern. Am späteren Vormittag hat mich dann Dr Benno Böer, Programme Specialist Natural Sciences UNESCO Büro Doha, zu Hause abgeholt und mit ins Büro genommen. Dort wurde ich dann erstmal allen meinen neuen Kollegen vorgestellt. Da das Feldbüro der UNESCO hier in Doha relativ klein ist, hatte ich dann auch bald allen die Hand geschüttelt. Ich hatte direkt einen positiven Eindruck im Bezug auf das Arbeitsklima.

Bereits durch vorhergehenden e-mail Kontakt mit Herrn Dr Benno Böer und Herrn Dr Abdalla Bubtana, wußte ich, dass es meine Aufgabe sein würde mich um den Bereich Fund Raising in diesem Büro zu kümmern.

Verlauf des Praktikums und Aufgabe

Die erste Phase meines Praktikums bestand hauptsächlich aus der thematischen Einweisung in meinen Aufgabenbereich. Bisher hatte es in diesem Büro nicht wirklich ein strategisch geplantes Fund Raising gegeben, daher bestand meine Anfangstätigkeit darin, Informationen zu sammeln und eine Strategie für den Prozess des Fund Raising zu entwickeln. In mehreren Meetings mit meinen Kollegen und meinem Direktor wurde ein Konzept erarbeitet.

Anfang Oktober wurde ich dann auch ganz offiziell in die diplomatische Gesellschaft hier in Doha eingeführt, der Anlass war die Einladung der Deutschen Botschaft zum Tag der Deutschen Einheit im Ritz-Carlton Hotel in Doha. Hauptsächlich war der Oktober gedoch davon geprägt meine Mission nach Paris, zu den UNESCO Headquarters, zu planen. Nach einigem hin- und her bezüglich meiner Aufenthaltsgenehmigung, saß ich dann am 15.Oktober endlich in meinem Flieger nach Paris. Bei einem zweitägigen Briefing hatte ich die Gelegenheit mit vielen wichtigen Mitarbeitern der Hauptstelle zu sprechen. Dr Bubtana hatte dieses Briefing in Paris für mich organisiert, demnach wurde ich von allen Gesprächspartnern mit Spannung erwartet. Das Hauptthema meiner Gespräche und Meetings in Paris, waren die GCC Staaten und auf welche Art und Weise man in dieser Region erfolgreiches Fund Raising betreiben kann.

Der November war davon geprägt meine Papiere bezüglich meiner Aufenthaltsgenehmigung zu organisieren, auch wenn das UNESCO Büro mich bei dieser Angelegenheit in jeder Hinsicht unterstützte, im besonderen unser Administrative Officer, Mr Mahmood Ahmed, so verbrachte ich doch auch selbst sehr viel Zeit bei der Immigrationbehörde und einigen anderen Ministerien. Was zum Teil ärgerlich war, aber auch Erfahrungswerte mit sich brachte. Im großen und ganzen habe ich durch die viele Hin- und Herlauferei viele wichtige und weniger wichtige Leute hier in Doha kennengelernt.

Seit Dezember bin ich nun mit der Fund Raising Kampagne beschäftigt die ich ausgearbeitet habe. Da unser Feldbüro ein Cluster Office ist, bemühe ich mich nicht nur um Kontakte im Qatarischen Markt, sondern auch um die Länder Bahrain, Saudi Arabian, Kuwait, Vereinte Arabische Emirate (VAE), Oman und Jemen. Es ist ausgesprochen interessant sich mit Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen zu treffen und sie für die Tätigkeiten der UNESCO zu begeistern.

Seit Januar 2004 habe ich nun auch endlich meine Aufenthaltsgenehmigung, welche es mir ermöglichen wird, auch einige Veranstaltungen außerhalb Qatars wahrnehmen zu können, was bisher nur unter gewissen Bedingung möglich war.

Ich werde noch bis Ende Juli 2004 hier in Qatar bleiben und bei der UNESCO arbeiten, ich könnte mir jedoch sehr gut vorstellen auch längerfristig in dieser Region zu bleiben. Für alle die, die offen für eine neue Welt sind, und nicht all das glauben, was in den Zeitungen über die Arabische Welt berichtet wird, die sollten es tatsächlich in Erwägung ziehen, dieses etwas andere Land zu besuchen und kennenzulernen. Mich hat diese Welt begeistert und fasziniert seit dem Tag meiner Ankunft und ich habe in der kurzen Zeit die ich hier leben unwahrscheinlich viel über die Menschen, ihren Glauben und ihre Kultur gelernt. Ich hatte das große Glück einige Qataris kennenzulernen und Freundschaften mit ihnen zu schließen.

Meine Lernerfahrungen

Bezüglich meines Praktikums habe ich sehr viel über die administrativen Abläufe innerhalb einer UN Agentur gelernt. Im weiteren, habe ich durch den Kontakt mit Einheimischen meine interkulturellen Kompetenzen weiter ausgebaut. Darüber hinaus, habe ich Erfahrungen im „Feld“ sammeln können, als auch einen Blick hinter die Vorhänge der Hauptstelle werfen dürfen. Ich habe wesentliche Arbeitsbereiche der UNESCO und kooperierender Organisationen kennen gelernt und Erfahrungen im Bereich Projektarbeit gesammelt.

Ich denke jedoch, das dieser Aufenthalt in einem Kulturkreis wie der Arabischen Welt, der sich sehr von unserem gewohnten Umfeld in Europa unterscheidet, mich vor allen Dingen an Lebenserfahrung bereichert hat. Im weiteren habe ich die Gelegenheit genutzt die wunderschöne Arabische Sprache zu lernen und schlage mich tapfer.

Bewertung

Das Praktikum und mein Aufenthalt hier am Arabischen Golf ist in jeder Hinsicht eine wertvolle Erfahrung für mich. Natürlich ist auch der Zeitpunkt meines Aufenthalts hier in der Region gut gewählt, denn natürlich bekommt man hier ein ganz anderes Bild der politischen Ereignisse in der Region. Ich habe bisher unwahrscheinlich viel gelernt, sowohl von meinen Kollegen, anderen Expatriates und natürlich von meinen Qatarischen Freunden. Ich fühle mich hier bei der UNESCO in Doha sehr gut aufgehoben, und bin davon überzeugt, dass dieses Praktikum mir einige Türen im Bezug auf eine zukünftige Arbeitsstelle bei einer internationalen Organisation öffnen wird. Demnach bin ich froh, dass mir dieses Praktikum vom DAAD innerhalb des Carlo Schmid-Programms ermöglicht wurde.

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