|
Page 1 of 2 Praktika bei den Vereinten Nationen und ihren Sonderorganisationen
Erster Teil: United Nations Institute for Training and Research (UNITAR), Multilateral Diplomacy and International Affairs Management Section Genf, Schweiz (Februar – September 2002) Carlo-Schmid-Programm
Zweiter Teil: United Nations Development Programme (UNDP) Governance and Capacity Development Unit Dili, Timor-Leste (Mai/Juni 2003) Erster Teil: United Nations Institute for Training and Research (UNITAR), Multilateral Diplomacy and International Affairs Management Section Genf, Schweiz (Februar – September 2002)
Als ich im Fruehjahr 2001 vom Carlo-Schmid Programm hoerte, war fuer mich sofort klar, dass ich mir die Chance eines Praktikums in einer UN-Organisation auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Wann sonst hat man die Gelegenheit, mal direkt einen Blick in die UN-Welt werfen zu koennen? Ich gehoere zum ersten Carlo-Schmid Jahrgang und habe 7 Monate bei dem United Nations Institute for Training and Research in Genf gearbeitet.
1. Beschreibung des Arbeitsplatzes
UNITAR’s Aktivitäten können in zwei Themenbereiche eingeteilt werden. Zum einen Fortbildungsmaßnahmen im Bereich Management internationaler Angelegenheiten, die sich in erster Linie an Diplomaten und Bedienstete in Ministerien richten. Zum anderen organisiert UNITAR, eng in Zusammenarbeit mit nationalen und regionalen Institutionen, Programme zu wirtschaftlichen und sozialen Aspekten mit dem Ziel langanhaltender Entwicklung. Fortbildungsmaßnahmen umfassen Seminare, ein oder mehrtägige Workshops sowie jährlich stattfindende, mehrwöchige Fellowship Programmes.1
UNITAR organisiert jährlich ca. 120 verschiedene Trainingsprogramme, von denen mehr als 5500 Teilnehmer aus aller Welt profitieren.
1.1. Aufgaben- und Tätigkeitsfelder
Die UNITAR Multilateral Diplomacy and International Affairs Management Programme richtet sich an Entwicklungsländer sowie Länder in wirtschaftlichem Umbruch, die sich zunehmend neuen Herausforderungen im Bereich multilateraler Diplomatie stellen müssen. Ziel ist es, durch Seminare zu verschiedensten Themen diese Länder effektiv auf eine Teilnahme in internationalen Foren vorzubereiten und ihre nationale Entwicklungskapazität zu erhöhen.
Meine Tätigkeit beinhaltete zum einen die Vorbereitung und Durchführung eines Fortbildungsseminars zum Thema Völkerrecht - das Fellowship Programme in International Law (siehe unter 1.2.). Zum anderen wirkte ich bei der Organisation verschiedener kürzerer Workshops und Seminare mit, die u.a. in Genf, Wien, Nairobi, Iran oder Gambia durchgeführt wurden.
Die Arbeit umfasst dabei neben der Organisation und Implementierung auch Forschungsprojekte zu den verschiedensten programmbezogenen Themen, Zusammenstellung des Trainingsmaterials sowie Assistenz und Teilnahme an den Seminaren selbst.
1.2. Fellowship Programme in International Law, Den Haag, 8. Juli – 16. August 2002
Das alljährliche sechswöchige Fellowship Programme in International Law2 besteht seit 1968 und wird in Kooperation mit dem United Nations Office of Legal Affairs (OLA) in New York organisiert. Das Programm richtet sich an Regierungsvertreter, praktizierende Juristen sowie Universitätsprofessoren vornehmlich aus Entwicklungsländern. Themenschwerpunkte sind u.a. internationales Strafrecht, Recht internationaler Verträge, Umwelt- und Seerecht, humanitäres und Flüchtlingsrecht, internationaler Schutz von Menschenrechten, Handelsrecht und Konfliktresolution.
Meine Haupttätigkeit während des sieben-monatigen Praktikums richtete sich auf die Organisation und Implementierung des Fellowship Programmes. Die Vorbereitungsphase beinhaltete die Auswahl der Teilnehmer, Vorbereitung von Info- und Kursmaterialen, Unterrichtsplanung sowie logistischer Details, Kontaktaufnahme mit Dozenten, entsprechenden Verantwortlichen in der Hague Academy of International Law und dem Friedenspalast (Peace Palace) sowie zu verschiedensten internationalen Organisationen und Institutionen des Voelkerrechts3 in Den Haag. Einer fünf-monatigen Vorbereitungsphase folgte die tatsächliche Durchführung des Fellowship Programmes im Friedenspalast (Sitz des Internationalen Gerichtshofs sowie des Permanenten Schiedsgerichtshofs) in Den Haag mit 22 Teilnehmern. Meine Haupttätigkeit während der sechs Wochen beinhaltete Koordination der Kurse und Exkursionen sowie enge Zusammenarbeit mit Dozenten, Teilnehmern und anderen Kontaktpersonen vor Ort. Am Ende des sechs-wöchigen Trainingsprogramms fertigte ich einen umfangreichen Bericht an mit ausfuehrlicher Evaluierung.
2. Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen und Kontakt zu anderen Praktikanten
Die Zusammenarbeit bei UNITAR, eine vergleichsweise kleine internationale Organisation, war äusserst kooperativ und sehr freundschaftlich. Eigenverantwortung and selbstaendiges Arbeiten wurden sehr unterstuetzt. Somit fühlte ich mich nicht als einfacher „Praktikant“ sondern vielmehr als staff member (Mitarbeiter) im UNITAR-Team. Sowohl Kollegen als auch Praktikanten waren immer bereit, gegenseitig Erfahrungen und Meinungen auszutauschen und bei eventuellen Schwierigkeiten Hilfe zu leisten.
Das Praktikum ermöglichte auch den Kontakt zu anderen internationalen Praktikanten sowohl innerhalb UNITAR als auch zu Praktikanten in anderen internationalen Organisationen. Die grosse Vielfalt von Studienschwerpunkten und Herkunftsländern bot einen interessanten Austausch von Erfahrungen und Meinungen, nicht nur während der Arbeit sondern auch nach Feierabend und am Wochenende.
3. Gesamteindruck: erwarteter Einfluss auf berufliche Zukunft
Mit fester Überzeugung kann ich sagen, dass meine Erfahrungen während meines Praktikums bei UNITAR von grosser Bedeutung sein werden sowohl für meine berufliche Zukunft als auch auf privater/persönlicher Ebene.
Zum einen wurde mir die Möglichkeit gegeben, erste Berufserfahrung im Bereich internationaler Organisationen zu sammeln. Die Arbeit war voller neuer und spannender Eindrücke, die mich überzeugt haben, meine berufliche Zukunft in internationalen Organisationen zu suchen. Ich konnte zudem Kontakte knüpfen, die mir hoffentlich den Zugang erleichtern werden.
Zum anderen habe ich mich persönlich sehr stark weiterentwickelt. Die kooperative und selbständige Arbeitsweise, die Offenheit für eigene Ideen, das freundschaftliche Umfeld haben mich, so glaube ich, stark geprägt. Ich habe nicht nur fachliche dazugelernt, sondern auch auf menschlicher und sozialer Ebene viele wichtige Erfahrungen gemacht.
Und was man nicht vergessen sollte, sind die Kontakte, die man waehrend seines Praktikums knuepfen kann, nicht nur mit anderen Carlas und Carlos, sondern auch mit Kollegen und Vorgesetzten. Diese Kontakte koennen einem sehr nuetzlich sein, wenn man an einer weiteren Taetigkeit in Internationalen Organisationen interessiert ist. Nach meiner Zeit in Genf hat es mich naemlich nach Timor-Leste verschlagen.... (bitte sieh Erfahrungsbericht „Zweiter Teil“).
|