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Andreas A. Jobst / UN ECLAC, Washington D.C.

Internship Report

UNITED NATIONS ECONOMIC COMMISSION FOR LATIN AMERICA AND THE CARIBBEAN (UN ECLAC), WASHINGTON OFFICE

1825 K Street, Suite 1825
Washington, DC 20006
USA
E-mail: info@eclac.org
Telefon: 001-(202) 955-5613

Zeitraum:       31 Mai – 3 Oktober 2002
Supervisors:   Mr. Rex Garcia/Mrs. Raquel Artecona

UN ECLAC

The Economic Commission for Latin America (ECLA) – the Spanish acronym is CEPAL – was established by Economic and Social Council resolution 106(VI) of 25 February 1948 and began to function that same year. The scope of the Commission's work was later broadened to include the countries of the Caribbean, and by resolution 1984/67 of 27 July 1984, the Economic Council decided to change its name to the Economic Commission for Latin America and the Caribbean (ECLAC); the Spanish acronym, CEPAL, remains unchanged. ECLAC, which is headquartered in Santiago, Chile, is one of the five regional commissions of the United Nations. It was founded for the purposes of contributing to the economic development of Latin America, coordinating actions directed towards this end, and reinforcing economic relationships among the countries and with the other nations of the world. The promotion of the region's social development was later included among its primary objectives. In June 1951 the Commission established the ECLAC subregional headquarters in Mexico City, which serves the needs of the Central American subregion, and in December 1966, the ECLAC subregional headquarters for the Caribbean was founded in Port-of-Spain, Trinidad and Tobago. In addition, ECLAC maintains country offices in Buenos Aires, Brasilia, Montevideo and Bogotá, as well as a liaison office in Washington, D.C. The ECLAC Office in Washington was established in 1950 to serve as a liaison with the U.S. government and international organizations based in Washington, D.C., such as the World Bank Group (IBRD), the International Monetary Fund (IMF), the Inter-American-Development Bank (IDB), the Organization of American States (OAS), and the Pan-American Health Organization (PAHO). This also includes the participation in the OAS-IBD-ECLAC Tripartite Committee, as a follow-up installation to the Miami Summit of 1994, which focuses in particular on the process of hemispheric trade liberalization. Moreover, the Washington Office of U.N. ECLAC monitors the evolution and the development of the economy of the United States and Canada and publishes annual surveys. Other reports prepared regularly include the analysis of trade barriers, implementation of the North American Free Trade Agreement in the United States and Canada, and trade and investment flows between the U.S, on the one hand, and Latin American and the Caribbean, on the other hand. Finally, ECLAC Washington carries out extensive public information and outreach activities, including the organization of public lectures, publication of the monthly CEPAL News, distribution of ECLAC documents and building strong ties with the Washington-based media.

Beschreibung des Arbeitsplatzes

Mir wurde für den gesamten Ablauf meines Aufenthaltes bei U.N. ECLAC ein eigenes Büro mit Telefon, PC (Pentium III) und Breitband-Internetverbindung zu Verfügung gestellt. Ferner hatte ich nach eigenem Ermessen unbegrenzten Zugriff zu Kopierer, 2 Druckern und einem Faxgerät. Ferner wurde mir ein eigener Speicherplatz auf dem bürointernen Server zugewiesen.

Einbringen eigener Qualifikationen:

Folgende Erfahrungen konnte während meines Praktikums bei U.N. ECLAC einbringen:

(i) eigene IT-Erfahrung mit Statistikprogrammen (z.B. SPSS, etc.) und Windows EXCEL, 

(ii) ökonometrische Anwendungen, Kreditrisikomanagement und volkswirtschaftliche Kenntnisse bezüglich des internationalen Zahlungsverkehrs, Handelsströme und Kapitalmarkt (Evaluation festverzinsliche Wertpapiere, etc.),

(iii) englische Textbearbeitung und Korrektur (Überprüfung und Überarbeitung von Publikationen, z.B. „Capital Flows Report", etc.)

Aneignung weiterer Qualifikationen während des Praktikums:

Das Praktikum gab mir die Gelegenheit, meine Sprachkenntnisse, v.a. im Spanischen, zu verbessern, da ich zum Teil einen großen Teil meiner Daten und Informationen zur Erstellung von zwei Projektberichten von ECLAC in Santiago de Chile bezog. Ferner konnte ich mir natürlich wichtige Fähigkeiten im Bereich der Büroarbeit („time management", etc.) aneignen bzw. in manchen Bereichen einer genauen „persönlichen Bestandsaufnahme" unterziehen. Auch empfand ich Forschungsarbeit und Arbeitskommunikation in zwei Fremdsprachen (Englisch & Spanisch) zu meistern als Herausforderung, der ich mich gerne und mit großer Hingebung gestellt habe.

Zusammenarbeit mit Vorgesetzten & Mitarbeitern:

Bedingt durch die geringe Anzahl an festen Mitarbeitern bei U.N. ECLAC entstand während meines Aufenthaltes ein fast familiäre und doch professionelle Beziehung zu allen Mitarbeitern. Der Schwerpunkt meiner Arbeit im Bereich des Kreditriskos und des Lobbying erforderte aufgrund der benötigten Daten und Informationen die Unterstützung von Herrn Rex Garcia (Statistik) und Racquel Artecona (stellv. Direktorin des Washingtoner ECLAC Büros). Aufgrund einer sehr kollegialen und vertrauensvollen Zusammenarbeit, verlief die Bearbeitung gestellter Aufgaben ohne jegliche Probleme. Die ungemein harmonische und professionelle Bewältigung gemeinsamer Aufgaben gestaltete sich als logische Konsequenz einer gegenseitigen Achtung, wie sie mir in dieser Form an einem Arbeitsplatz nahezu unbekannt war.

Hilfestellung des Arbeitgebers im privaten Bereich:

Die Vorbereitung auf das Praktikum war zum größten Teil durch Eigeninitiative getrieben. Es sei jedoch an dieser Stelle erwähnt, dass das Washingtoner Büro von U.N. ECLAC darauf bedacht war, mir Kontakte zu ehemaligen Praktikanten zu verschaffen, um nähere Information zur Lebensführung in Washington, D.C., zu erhalten (Beschaffung von Apartment. Ausserdem wurden mir sämtliche Privatadressen (!) der Mitarbeiter als „Emergency Contacts" zu Beginn des Praktikums übermittelt, falls es zu einem Notfall käme. Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Transport wurden von U.N. ECLAC im Rahmen dieses unbezahlten Praktikums nicht getragen.

Gesamteindruck des Praktikums

Durch den Auslandsaufenthalt bei U.N. ECLAC war es mir möglich, mich nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht fortzubilden, sondern auch die U.S.-amerikanische und lateinamerikanische Arbeitsweise bzw. das Selbstverständnis dieser Kulturen besser zu verstehen. Im Rückblick betrachte ich diese Erfahrungen als essentiellen Bestandteil meiner persönlichen Weiterentwicklung in einem internationalen Umfeld, um für eine Führungsposition im späteren Verlauf meiner beruflichen Laufbahn vorbereitet zu sein. Besonders ist hierbei auch die Möglichkeit erwähnt, eigene theoretische Ansätze der Ökonomie und des Finanzwesens real anzuwenden, um das politische Interesse für bestimmte Problematiken zu beeinflussen, oder zumindest zu einem kritischen Denken anzuregen. Weitere positive Aspekte sind in meiner subjektiven Bewertung vieler „Eigenheiten" des Washingtoner Büros von U.N. ECLAC beheimatet. So empfand ich das Arbeiten in einem doch sehr kleinen Office mit lediglich 10 Mitarbeitern als sehr bereichernd hinsichtlich der Schaffung einer fast familiären Atmosphäre, die zwei wichtige Aspekte zur Konsequenz hatte. Zum einen wurde Praktikanten (und so auch ich) nahtlos in die bestehenden Abläufe des Büros eingebunden und als „fester Bestandteil des Teams" gesehen. Diese hohe Akzeptanz und Respektshaltung der Mitarbeiter gegenüber „Neulingen" erwies sich als „motivierende Integration", die sich vor allem bei schwierigen Aufgaben sehr bezahlt gemacht hat. Zum anderen ermöglicht ein derartiges Arbeitsumfeld natürlich einen nahezu reibungslosen Verlauf der Zusammenarbeit, da durch persönliche Kenntnis mögliche Missverständnisse und Fehlinterpretationen vorgebeugt und eine Transparenz der allgemeinen Arbeitsbelastung geschaffen wurden. Letztlich sei noch der hohe Grad eigenständigen Arbeitens bei U.N. ECLAC erwähnt, das sich in großem Maße auf die Vertrauensbasis einer engen Arbeitsatmosphäre stützt. Selbstverständlich entzieht sich das Arbeiten in Selbstregie nicht der fortwährenden Erfolgskontrolle und Übermittlung von Zwischenergebnissen an Vorgesetzte. Diese Mechanismen haben aber bei eigenständigen Arbeiten einen weitaus zielorientierteren Charakter als dies nach meiner Erfahrung in einem rigiden System der funktionalen Leistungsprüfung der Fall gewesen wäre.

Bewertung der eigenen Effektivität und sozialen Kompetenz:

Aufgrund des Forschungsinhalts meiner Promotion konnte ich in vielen Themengebieten entscheidend zur Verbesserung des internen Wissens über momentane akademische/professionelle Inhalte im Bereich der Finanzmarktforschung und Ökonomie beitragen. Dies konnte ich u.a. durch meine proaktive Unterstützung von Vorgesetzten erreichen, indem ich gestellte Aufgaben unter Einbringen eigener Erfahrungen im wissenschaftlichen/beruflichen Bereich bearbeiten konnte. Um zu gewährleisten, dass ein selbstständiges Handeln nicht in isolierte, organisationsinternen Arbeitsweise abgleitet, habe ich durch eigenständiges Informieren und Anregen von Kommunikation einen kontinuierlichen Gedankenaustausch sichergestellt. Somit waren meine Vorgesetzten stets über den momentanen Stand der Dinge meine Forschungs- und Routinearbeiten informiert. Ich war als Mensch und Mitarbeiter bei U.N. ECLAC voll integriert und konnte durch meinen fachlichen Rat, aber auch durch meine kosmopolitische Einstellung einen wichtige Unterstützung in der Schaffung eines äußerst produktiven und harmonischen Arbeitsklimas leisten.

Grad des eigenen Einbringens (fachlich und persönlich) in die internationale Organisation:

Natürlich konnte ich mich aufgrund meines Promotionsfachgebiets (Finanzwesen – Kreditrisikomanagement & Verbriefung) maßgeblich zur Erstellung von Veröffentlichung und Forschungsvorhaben von ECLAC beitragen. Dies umfasste v.a. die Erstellung wissenschaftlicher Methodiken zur Untersuchung der Kapitalflussrechnung nach Lateinamerika, die Quartalsdaten zur Wirtschaftentwicklung in Lateinamerika und die Bonitätsentwicklung lateinamerikanischer Staaten. Ferner war ich aufgrund der Installation einer neuen IT-Infrastruktur auch maßgeblich in der Konfigurierung neuer Software und Hardware Komponenten beteiligt, da ich im Nebenfach Informatik studiert hatte. Die zuständige Office-Managerin war dankbar, bei kleineren Netzwerkproblemen nicht einen Computer-Service verständigen zu müssen, und somit war ich gelegentlich auch in einer beratenden IT-Funktion anzufinden. Die soziale Komponente der Zusammenarbeit bei U.N. ECLAC sollte an dieser Stelle besonders erwähnt werden. Die geringe Anzahl von Mitarbeitern (15) machte es möglich, dass es zahlreiche Gelegenheiten gab, auch im privaten Bereich Freundschaften und Kontakte zu pflegen. Exemplarisch seien an dieser Stelle das „Latin American Film Festival" am Kennedy Center (18. September 2002), die herzliche Begrüßung und Verabschiedung von Praktikanten (durch alle Angestellten) oder zahlreiche Veranstaltungen der internationalen Organisationen (IMF, Weltbank, OAS, IDB, etc.) erwähnt. Ferner nahm ich sowohl im Rahmen meiner Anstellung bei ECLAC als auch privat an vielen Veranstaltungen teil, die ich aus den im Appendix abgedruckten Internet-URLs ausfindig gemacht habe. Somit kann ich zusammenfassend feststellen, dass der absolvierte Auslandsaufenthalt ein wesentliche Erweiterung meines persönlichen Erfahrungshorizonts dargestellt hat und in seiner Vielfältigkeit und Herausforderung ein voller Erfolg war.

Washington, D.C./USA, den 30. September 2002
gez. Andreas Jobst, MA MBA

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